Konzept

Kulturwerkstatt Liebstedt

Konzept zur Nutzung der Ordensburg Liebstedt als Ort der Pflege bewahrenswerten Kulturguts

Eine Unternehmung mit Unterstützung der „Gesellschaft zur Förderung guten Lebens e.V.“ Liebstedt i.G.

Die Idee des Vorhabens Liebstedt basiert auf dem Ansinnen der Initiatoren an historisch bedeutsamen Orten in Deutschland Kulturwerkstätten zur Pflege erhaltenswerten Kulturguts zu errichten.

Entsprechend dem Konzept „Gesundheit durch Gemeinsinn“ der Gesellschaft zur Förderung „guten Lebens“ wird dabei von 4 Segmenten ausgegangen, die für ein gesundes, respektive „gutes Leben“ als besonders relevant erachtet werden und denen sich die Werkstätten widmen wollen:

  1. Landwirtschaft und Ernährung
  2. Handwerk und Kunst (einschließlich Theater, Literatur und Musik)
  3. Erinnerungspflege
  4. Bildung

Auf der Ordensburg Liebstedt vorgesehen ist die Errichtung einer Einrichtung, die sich Elementen dieser Segmente widmet, die für die Pflege kultureller Identität von besonderer Bedeutung sind. Darüber hinaus soll eine Akademie entstehen, die sich wissenschaftsübergreifend mit dem befasst, was mit „Gemeinsinn und gutem Leben“ verbunden ist.

Das Prinzip des Gesamtvorhabens beruht auf der Umsetzung der angedachten Segmente im Rahmen einer (Wieder-) Herstellung und Nutzung dafür geeigneter, historisch bedeutsamer Anwesen. Die Akteure der Unternehmung gehen dabei davon aus, das Kulturelle und das, was mit ihm gemeinhin in Zusammenhang gebracht wird, in ein Format zu bringen, was einerseits anspricht und Neugier weckt und andererseits zur Mitwirkung motiviert und wirtschaftlich betrieben werden kann. Es geht dabei im Wesentlichen auch um eine Verknüpfung kultureller Spezifika der modernen Zeit mit Elementen des Traditionellen, d. h. um eine Zusammenführung innovativer moderner Techniken und Individualisierungen mit bewährten traditionellen Arbeitsweisen und Lebensausrichtungen.

Die mit dem Ziel des Erwerbs der Ordensburg Liebstedt gegründete Besitzer- und Betreibergemeinschaft kann auf vielfältige Erfahrungen als „Kulturschaffende“ im Rahmen anderer, bereits umgesetzter Projekte zurückgreifen.

Perspektivisch geht es um eine Nutzung der Ordensburg für 4 Bereiche:

  1. Nutzung als landwirtschaftliches Refugium mit Installierung von Stallungen und der Herrichtung von Weide- und Anbauflächen für die Aufzucht und Pflege insbesondere erhaltenswerter bedrohter Nutztierrassen und Nutzpflanzenarten. Dazu sollen u. a. in unmittelbarer Umgebung der Burg gelegene landwirtschaftlich nutzbare Flächen in einer Größenordnung möglichst von 10 bis 15 ha in das Vorhaben mit einbezogen werden.
  2. Nutzung als Stätte des Erhalts von bewährtem, vor allem mit traditionellem Landbau assoziiertem Handwerk und als Ort der Darbietung von Musik, Malerei, Literatur und Theater. Eingeschlossen ist hier auch die Nutzung der Einrichtung als „Kunstforum“ für ein In-Szene-Setzen von Populär- und klassischer Hochkultur ebenso wie von Design, Mode, Unterhaltung, Film und digitalen Medien.
  3. Nutzung als Denkmal und Museum im Sinne einer Stätte der Pflege der Geschichte der Burg sowie ausgesuchter Objekte der Historizität, d. h. des Erhalts von Relikten kollektiver Vergangenheit bzw. früheren Zeitgeschehens. Anvisiert ist die Installation musealer Elemente (Sammlungen etc.) in allen Bereichen der Einrichtung entsprechend ihres thematischen Zusammenhangs zur Arbeit der einzelnen Segmente.
  4. Nutzung als Bildungseinrichtung zur Förderung umschriebenen Wissens, Könnens, von Gemeinschaftsfähigkeit und des Vermögens, sich mit der Welt, dem Leben und dem eigenen Dasein befassen zu können. Angedacht sind dementsprechende Bildungsschwerpunkte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Vermittlung vor allem alltagspraktischen Handlungsvermögens (manuelle Fertigkeiten, handwerkliche Techniken, Gemeinschaftspflege, Selbstsorgepraktiken u. Sozialkunde etc.). Zur Nutzung als Bildungsstätte gehört auch die Installation von Plattformen zum       Diskurs gesellschaftlich relevanter, die Segmente des Konzepts betreffender Themen. Angedacht hier sind Veranstaltungen für Laien, fachkundiges Publikum und die Öffentlichkeit, die Themenbereiche der Werkstatt betreffende Kurse, Seminare und Foren etc.

Vorgesehen ist die Vorhaltung einer den Intentionen des Vorhabens entsprechenden Gastronomie, Kantinerie und Hotellerie zum Teil auf dem Gelände der Ordensburg oder auch in unmittelbarer Umgebung. Darüber hinaus versteht sich die Kulturwerkstatt als Hersteller umschriebener Dienstleistungen und Waren, insbesondere als Erzeuger traditionsbewusster landwirtschaftlicher Produkte, Lebensmittel und handwerklicher Güter. Teile der Burganlage sollen ihres atmosphärischen Charakters wegen als Kulisse für Festveranstaltungen, Tagungen, Theater- und Musikaufführungen genutzt werden können.

Das Gesamtarrangement der Werkstatt soll organisatorisch und baulich ein Ensemble unterschiedlicher Aktivitäten des Landbaus, der Ernährung und Esskultur, sowie des Handwerks, des historischen Zeitgeschehens und der Bildung aus unterschiedlichen Epochen abbilden.

Für die Akteure des Vorhabens steht die Begrifflichkeit „Werkstatt“ für (Wieder-) Herstellung und Instandsetzung von Dingen, Sachverhalten, von etwas, was allgemein als von Wert erachtet wird, d. h. von sinnstiftendem Kulturellem schlechthin.

Das Vorhaben bietet vielfältige Möglichkeiten der Mitwirkung für Personen und Institutionen, die an den Aktivitäten und Produkten der Einrichtung interessiert sind oder die sich in die Werkstatt anderweitig einbringen wollen. Darüber hinaus soll die Ordensburg der Nutzung als Ort der Begegnung, Regeneration anspruchsvollen Geselligkeit und Inspiration zugänglich gemacht werden. In diesem Sinne soll das Vorhaben auch der Bereitstellung von Möglichkeiten zur Pflege einer letztendlich guten, d. h. gesunden Lebensführung dienen.

Besitzer und Betreibergesellschaft Ordensburg Liebstedt

Klaus Dieter Böhm
Matthias Gahrmann
Joachim Großschädl
Marion Schneider
Dr. Siegfried Serafin
Raul Böhm

 

Januar 2017