27. April 2017

Meisterkurse

Meisterkurse umschreiben ein mehrtägiges Seminar, welches angehenden und schon etablierten Sängern und Musikern als Ergänzungsangebot zu ihrer Ausbildung dient, um sich bei Spezialisten ihres Fachs und auch Hochschulprofessoren vorzustellen, weiterzuentwickeln und zu verbessern. Das Lehrangebot richtet sich dabei in der Ausrichtung nach den klassischen Zweigen der an den Musikhochschulen angebotenen Kurse. Wesentlichstes Charakteristikum ist dabei die Fokussierung der Formate auf einen Meister.

Neben der rein künstlerischen und technischen Arbeit an dem Repertoire bietet sich den Künstlern auch die Chance, im Austausch mit den anderen Teilnehmern und vor allem im Dialog mit den Dozenten wertvolle Einblicke in die Musikwelt und Anregungen für die weitere persönliche Entwicklung zu bekommen. Ein Meisterkurs zeichnet sich somit zum einen durch eine qualitativ hochwertige und allumfassende künstlerische Weiterbildung aus, die andererseits aber auch mittels der möglichen Kontaktpflege den talentierten und ehrgeizigen Künstlern dienlich ist, um einen „Fuß in die Tür“ zu bekommen. Primäres Ziel eines Künstlers ist es, seinen Bekanntheitsgrad stetig zu erweitern und möglichst häufig konzertieren zu dürfen. Durch die Anwesenheit von Sängern und Dozenten, aber auch Pianisten, Regisseuren und Intendanten wird dazu die Grundlage geschaffen. Als künstlerische Plattform ermöglicht es der Meisterkurs somit, eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis zu schaffen, von der im Bestfall letztlich beide Seiten profitieren.

Welche Leistungen umfasst der Meisterkurs?

Die speziell angebotenen Leistungen variieren je nach zeitlich, logistisch und finanziell
gewolltem Aufwand, sollten im Bestfall aber allumfassend sein, um möglichst viele
Teilnehmer anzusprechen. Konkret kann dies bedeuten:

  • Persönlicher künstlerischer und technischer Unterricht bei dem Meister
  • Korrepetition und Erarbeitung von Repertoire
  • Konzertvorbereitung
  • Bühnencoaching und Selbstdarstellung
  • Typberatung
  • Selbstmanagement
  • Abschlusskonzert
  • Persönliche Beratung durch das Dozenten Team

Das Team

Nils Wanderer wurde am 12.07.1993 geboren. Er ist jüngster Gewinner der World Asia Singing Competition Taipe/Berlin, in welcher er sich gegen 40 Finalisten und 5000 Bewerber in der Profikategorie durchsetzen konnte und den ersten Platz errang. Der junge Countertenor erhielt seine erste Ausbildung im Knabenchor Capella Vocalis unter Leitung von Prof. Eckhard Weyand. Während seiner Schulzeit am evangelischtheologischen Seminar Maulbronn übernahm er bereits mehrfach solistische Aufgaben, unter anderem bei den Klosterkonzerten Maulbronn und als Solist des Maulbronner Kammerchors. Mehrfach gewann er den Händelwettbewerb in Karlsruhe, sowohl als Sänger, als auch als Block- und Traversflötist. Nach seinem Abitur absolvierte er ein Kompaktjahr an der Berufsfachschule für Musik mit den Hauptfächern Gesang bei Birgit Ströbel-König (Hochschule Nürnberg), Dirigieren (Dr. Uwe Münch) und Block-, Taversflöte (Adrian Wehlte).
Seit September 2013 studiert Nils Wanderer Gesang und Musiktheater an der der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar in der Klasse von Prof. Siegfried Gohritz. Er debütierte bereits im Dezember 2013 als „Egon von Wildenhagen“ in der Operette „Meine Schwester und Ich“ und es folgten weitere Rollen wie Prinz Orlofsky, Nerone und Sorceress in Dido und Aeneas. Sein Konzertdebut gab Nils Wanderer im Dezember 2014 als Altsolist mit dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, begleitet von dem Barockorchester „la Banda“ in München. Im Juli 2015 sang Nils die Hauptpartie im Oratorium „Belshazzar“ von G.F. Händel bei den Händelfestspielen Halle und Brüssel. Nils Wanderer sang bereits als Solist unter Dirigenten wie Kent Nagano, Michael Alber, Prof. Martin Steidler und Jens Johannsen. Wichtige Impulse empfing er durch Meisterkurse bei Prof. Patricia Pace in Palermo, Sizilien und Emma Kirkby in London, England.
Seine Konzerte als Solist führten ihn nach Indien, Belgien, Frankreich, Italien und England. Im September 2016 wirkte er als Solist des Deutschen Kammerchors und sang Werke von Biber und Händel in Paris und Worms. Ab 2017 wirkt er als Solist am Teatro Massimo in Palermo und an den Theatern Chemnitz. Ebenso ist er regelmäßiger Gast des Vatikans und singt unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft (Anette Schavan), 4 große Oratorische Werke J.S. Bachs als Altsolist.

Andreas Procher wurde am 03.06.1990 in Deggendorf geboren. Er beendete seine Schulzeit mit dem Abitur 2011 am St. Gotthard Gymnasium in Niederalteich. Anschließend begann er eine Lehre als Elektroniker für Betriebstechnik im familieneigenen Betrieb. Diese schloss er im Februar 2013 ab und arbeitet seitdem als Projektleiter im elterlichen Betrieb. In dieser Funktion betreut er auf nationaler wie internationaler Ebene Projekte bei industriellen Großfirmen. Derzeit besucht er die Technische Fachschule für Elektrotechnik in Passau, um als staatlich geprüfter Techniker für Elektrotechnik zu graduieren. Dort wird Andreas ab 2017 nebenbei als Lehrkörper fungieren.
Erste praktische Erfahrungen in der Veranstaltungsplanung sammelte Andreas während seiner Schulzeit. Als selbstständiger Eventplaner organisierte er auf regionaler Ebene Partys und ein Festival (DanubiaSound) mit bis zu 2000 Besuchern.

Mathias Großschädl wurde am 13.12.1991 in Deggendorf geboren. Nach seiner Schulzeit am St. Gotthard Gymnasium in Niederalteich und dem abgeschlossenen Abitur folgten erste praktische Erfahrungen bei der Fair Develop GmbH & Co KG in Bad Wildungen. In der darauffolgenden Zeit verbrachte Mathias bei Aufenthalten im Ausland mehrere Monate in Gilgil, Kenia und Barcelona, Spanien, bevor er mithilfe eines von der UNESCO und dem Auswärtigen Amt geförderten Stipendiums sein FSJ an der Privatschule der Deutschen Botschaft in Ankara, Türkei absolvierte. Zurück in Deutschland begann er 2012 sein Studium in Economics (Politische Ökonomie) an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, das er 2016 abschloss. Neben dem Bachelor der Wirtschaftswissenschaften verfügt Mathias auch über einen kaufmännischen Abschluss (Kaufmann im Gesundheitswesen) der IHK, den er neben dem Studium ablegte. Seit Ende 2016 ist Mathias fest bei der Fair Develop GmbH & Co KG beschäftigt und wirkt als Projektassistenz bei der Klinikzentrum Mühlengrund GmbH in Bad Wildungen.
Neben der Ausbildung war für Mathias auch das musikalische Engagement immer von besonderer Bedeutung. Schon seit 2002 ist er Mitglied der „Pueri Cantores Altahensis“, dem Knabenchor der Benediktinerabtei Niederaltaich. Dort erhielt er unter der Leitung von Pater Romanos Werner OSB seine erste chorische und sängerische Ausbildung. Nach dem Ausscheiden von Pater Romanos aus der Abtei übernahm Mathias 2016 zusammen mit Nils Wanderer die Leitung des Chores und ergänzt dessen künstlerische Arbeit in der Rolle des Chormanagers. Neben dem Engagement im Knabenchor ist Mathias überdies Mitglied der Audi Jugendchorakademie. Dort konnte er unter Professor Martin Steidler, Christian Maria Schmidt, Sibrand Basa oder auch Jean Pierre Faber seine chorischen Fähigkeiten weiter ausbauen. Bei Konzerten im In- und Ausland wie den Audi Sommerkonzerten, den Tiroler Festspielen Erl, oder aber bei Papst Benedikt XVI. im Vatikan in Rom wirkte er unter Dirigenten wie Ariel Zuckermann, Prof. Martin Steidler, Gustav Kuhn und Kent Nagano. Bei diesen Konzerten konnte Mathias mit renommierten Orchestern wie der Tschechischen Philharmonie, dem Georgischen Kammerorchester, dem London Symphony Orchestra, der Akademie für Alte Musik Berlin und dem Bayerischen Staatsorchester zusammenarbeiten. Im Januar 2017 durfte er in Kooperation mit dem Staatsopernchor Hamburg und dem Hamburgischen Staatsorchester zur Eröffnung der Elbphilharmonie an einer Uraufführung des Komponisten Jörg Widmann mitwirken. Seine Konzerte führten ihn im Lauf der Jahre unter anderem nach Ungarn, Österreich, Tschechien, Italien, Schweden und Russland.